Gemeindechronik

Dörpgeschichten 2010 - Roland Plodeck

Fuchs und Hase reisen gemeinsam
DÖRPGESCHICHTE(N): HEUTE AUS GRABENITZ (GEMEINDE KLINK)
HOLZARBEIT
Schnitzereien von Roland Plodeck sind sehr beliebt. Jetzt gehen seine Tierfiguren auch nach Brandenburg.

Rolan PlodeckGRABENITZ (DR). Da liegen sie. Alle acht. Einer neben dem anderen. Zugedeckt unter einer weißen Schneedecke träumen sie von ihren zukünftigen Erlebnissen im Brandenburgischen. Die Rede ist von Fuchs, Eule, Schnecke, Specht, Marder, Adler, Hase und Eichhörnchen. Diese fast zwei Meter hohen Holzfiguren hat Roland Plodeck für zwei sanierte Wohnblocks in Ludwigsfelde angefertigt.
„Eigentlich sollten sie schon längst dort sein“, berichtet der Holzkünstler. „Aber das Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.“ Pro Aufgang soll eine Figur mittels eines Betonfundaments befestigt werden. Hinter den Häusern befindet sich ein großer Spielplatz. „Mit Hilfe der Figuren sollen die Kinder ihre Haustür leichter finden, wenn sie vom Spielen kommen“, erklärt Plodeck die Intention des Projekts. Dafür wurden bewusst heimische Tierarten gewählt. „Eigentlich wollte ich auch einen Kranich anfertigen“, sagt der Schnitzer. „Aber der Körperbau dieses Tieres ist nicht robust genug und könnte zu schnell kaputt gehen.“
Damit seine Figuren bei den unterschiedlichen Witterungsverhältnissen möglichst lange halten, verwendet er meistens Holz der Robinie. „Das hält dann mindestens 40 bis 50 Jahre.“ Nach der Entrindung des Stamms skizziert er die Figur auf das Holz. „Das ist wichtig, damit auch die Proportionen stimmen.“Für das Schnitzen einer Figur benötigte er dann ungefähr einen Tag. Neben den Tierfiguren tritt eine Baumgeist-Figur den Weg nach Ludwigsfelde an, um dort den Spielplatz zu verschönern. Dies ist wohl mit das beliebteste Motiv des Holzvirtuosen.
Auch auf heimischen Spielplätzen findet man das faltige Gesicht mit den traurigen Augen und dem langen Bart häufig. Ursprünglich aus Klink stammend, wohnt Plodeck nun seit 20 Jahren in Grabenitz. Vor der Wende war er Forstwirt, danach arbeitete er im Landschafts- und Gartenbau. Die Liebe zum Holz gab es also schon immer. Über die Jahre brachte er sich viel selbst bei, manchmal gab es auch Tipps und Hilfe von einem Bekannten. 
Heute übernimmt er alle Arbeiten, die mit Holz und Außenmöblierung zu tun haben. Besonders am Herzen liegen ihm dabei Spielplätze. Nach dem Erfolg des Grabenitzer Spielplatzes würde er in Zukunft gern noch weitere Themenplätze umsetzen. Anfragen gibt es bereits.

Quelle Nordkurier 21.12.2010