Geschichte von Eldenburg Süd - Klink an der Müritz

Ortsgeschichte Eldenburg Süd

Eldenburg KurzchronikChronik von Eldenburg Süd

  955 – Schlacht an der Raxa
1290 – Ersterwähnung als Eldenbrugge (Flurname für die Brücke über die Elde)
1300 – wahrscheinlicher Ausbau von Eldenbrugge (Befestigung und Brücke)
1375 – verkaufen die Hahns die Befestigung Eldenbrugge an die Stadt Waren
1420 – die Befestigung zum Schutz der Brücke wird de Eldenbroch genannt
1684 – die Stadt verkauft auf herzogl. Druck die "Burg" an die Barone v. Erlenkamp
1726 – in der Balsleben-Karte ist die Befestigung letztmals bewohnt eingetragen
1790 – Eldenburg gehört als Pertinenz von Vielist dem Rittmeister v.  Meyenn
1790 – Graf v. Hahn kauft Eldenburg von dem Rittmeister v. Meyenn
1792 – die Schiffbarmachung der Elde wird intensiver betrieben
1797 – mit der Eldekanalisierung verschwand die Eldenburg völlig
1833 – Graf v. Hahn verkauft Eldenburg an die Elde-Schiffbarmachungs-Aktiengesellschaft
1835 – das alte Eldenburger Krughaus wird an die neue Eldebrücke verlegt
1836 – der Elde- bzw. Reeck-Kanal wird für die Schifffahrt freigegeben
1884 – der Gutsbesitzer L. Kähler (Klink) kauft Eldenburg
1897 – übernimmt A. Schnitzler mit Klink auch Eldenburg
1937 – gehört das Gut Ilse v .Schnitzler
1945 – enteignet, da es über 100 ha groß war

Eldenburg, Ortsteil von Klink

entnommen: "Gutsdörfer im Müritzkreis", Gerhild Meßner, Ernst-Ludwig Evers / Manfred Achtenhagen, herausgegeben vom Verein "Historisches Gutsensemble Ludorf e. V.", Seite 52

Der Ort, früher auch Ellenborg geschrieben, liegt direkt auf dem schmalen Landstrich, der die Binnenmüritz vom Kölpinsee trennt und an deren verbindenden Gewässer, die Reeck (früher Reke). Heute wird dieses Stück der Elde auch Elde-Kanal genannt. Bis zur Stadt Waren sind es 2 km.

Diese Landenge wird in der Geschichte schon früh erwähnt. Hier (an der Raxa) soll Kaiser Otto I die Slawen 955 durch einen Scheinangriff getäuscht und in einer Schlacht nördlich von Malchow bei Sparow besiegt haben. 
Die "Eldenbrügge" wird 1290 in einer Aufzeichnung erwähnt. Damals gab es Aalwehre in der Elde, die dem Kloster Broda gehörten. Gefischt werden durfte nur jede zehnte Nacht. Eldenburg gehörte zu den Besitzungen der Hahns. 1375 verkauften sie diese in Eldenburg an die Stadt Waren.
Die "Eldenburg" - wahrscheinlich nur eine einfache Befestigung um die Brücke zu schützen und Zoll zu erheben - lag an der Mündung der Reeck in den Kölpinsee. Der Zeitpunkt des Baues ist nicht genau bekannt. Aber da die Überquerung der Reeck ein strategisch wichtiger Punkt war, geschah dies bestimmt bald nach einem Ausbau der Brücke gegen 1300. Als die Stadt Waren 1375 das Land übernahm, war sie jedenfalls schon vorhanden. 1623 war die Befestigung noch bewohnt und in der Balsleben-Karte von 1726 ist sie noch eingetragen und gehörte zu Waren. Bekannt ist, dass es im 30jährigen Krieg in der "Burg" gebrannt hat. Die Ruinen wurden erst 1794/1798 bei der Elderegulierung beseitigt. 1684 musste die Stadt auf herzoglichen Druck hin die "Burg" an die Barone v. Erlenkamp verkaufen. Diese bauten hier 1687 eine Pulvermühle. Die Mühle wurde letzmalig in der Balslebenkarte von 1726 erwähnt. Ob sie noch in Betrieb war, bleibt ungewiss. Auch eine Glashütte bauten die v. Erlenkamp an der Reeck. Diese stand direkt an der Elde auf der Warener Seite. Auch eine Glasladestation soll hier gewesen sein. Die v. Erlenkamp hatten auf ihren umliegenden Gütern fast immer auch Glashütten.
Vor 1790 war Eldenburg eine Pertinenz von Vielist und gehörte dem Rittmeister v. Meyenn. 1790 kamen die Ländereien der Eldenburg mit Friedr. v. Hahn wieder in den Besitz der Familie Hahn. Das 108 ha große Allodialgut ging zur Pacht an die Witwe Ferdinands v. Hahn, Louise Joh. Hedwig, später v. Voss (Grabowhöfe) über. 1833 verkaufte Rittmeister v. Meyenn (Vielist) den Besitz an die "Aktien-Societät zur Schiffbarmachung der Elde". Die Stadt Waren konnte im selben Jahr das Land wieder zurückgewinnen. Aber schon 1884 verkaufte sie es abermals, diesmal an den Gutsbesitzer L. Kähler (Klink). Anfang des 20. Jhs. übernahm die Familie v. Schnitzler mit Klink auch Eldenburg. 1937 gehörte das Gut I. v. Schnitzler. Es wurde, da es über 100 ha groß war, 1945 enteignet.