1898 Bau Wirtschaftsgebäude, Gärtner und Pförtnerhaus, Bericht der DEUTSCHEN BAUZEITUNG

aus: DEUTSCHE BAUZEITUNG / XXXVII. JAHRGANG ** No. 53 * BERLIN * DEN 4. Juli 1903. *

Schloss Klink bei Waren in Mecklenburg.
Architekten: G r i s e b a c h und D i n k l a g e in Berlin. (Schluss) Hierzu die Abbildungen in No. 52. 

Wirtschaftshof 1898Das dem Schloss zunächst stehende W i r t s c h a f t s - G e b ä u d e, von dem in No. 52 die Grundrisse, zwei geometrische Ansichten und eine Aufnahme nach der Natur mitgeteilt sind, enthält neben den Räumen für den Schlacht-, Back- und Waschbetrieb sowie der Leuteküche und dem Essraum des Hofgesindes Büreau-Räume fur den Gutsherrn, den Inspektor und den Buchhalter, die Dienstwohnung des Inspektors, ein Zimmer für unverheiratete Wirschafts-Beamte und endlich eine Anzahl weiterer Unterkunfts-Räume für Gäste, die bei aussergewöhnlichen Gelegenheiten, z.B. Jagden, im Schloss selbst nicht untergebracht werden können. Das Erdgeschoss ist im Ziegel-Fugenbau von roten Backsteinen, das Dachgeschoss im malerischen Fachwerkbau mit verputzten Fachen hergestellt. Das durch Gauben belebte Dach ist als doppeltes Ktonendach mit Handstrich-Steinen eingedeckt; zu sämtlichen Kehlen, Graten usw. sowie am Hauptdach wie an den Gaben haben Formsteine aus dem gleichen Material Verwendung gefunden. Die Kosten des reizvollen Baues haben 78 500 M. betragen.

Gärtner und Pförtnerhaus 1898In derselben Technik ist das mit dem Parktor verbundene G ä r t n e r - u n d P f ö r t n e r - H a u s ausgeführt, von dem beistehend eine Aufnahme nach der Natur (>iin der vorliegenden Abschrift nicht enthalten) und die Grundrisse wiedergegeben sind. Es ist ein ansprechender Gedanke, dass der an demselben angeordnete, die Treppe enthaltende Rundturm an das entsprechende Motiv des Schlosses anklingt. Dia kosten des Baues stellen sich auf 20 000 M.
Wenn die mitgeteilten Bausummen als verhälnismässig hoch bezeichnet werden müssen, so ist die Ursache hierfür einerseits unfraglich in der Gediegenheit der Ausführung zu suchen. Andererseits aber mussinbetracht gezogen werden, dassnur ein kleiner Teil der Arbeiten von in der Nähe wohnenden Handwerkern und Unternehmern geliefert worden ist, während im übrigen fast durchweg Berliner Firmen beschäftigt wurden. In Klink selbst sind nur die Schmiedearbeiten, von Waren aus die Zimmererarbeiten am Schloss, die Brunnenarbeiten und einige untergeordnete Malerarbeiten ausgeführt worden, während die Maurerarbeiten Hrn. Hofmaurermstr. E b e l i n g in N e u s t r e l i t z übertragen waren. Aus Berlin bzw. dessen Vororten sind dagegen zu nennen Ph. H o l z m a n n & Co. (Steinmetz-Arb.), S t e f f e n s & N ö l l e (Eisenlieferung), Aug. K r a u s s (Drahtstuck- und Zugarbeiten, Rabitzarbeiten, Gipsestrich, massive Decken und Treppen), Albert K r a u s e (Zimmererarbeiten für das Nbengebäude), Bernhard H e i n r i c h (Klempnerarbeiten), Paul M a r c u s (Schlosserarbeiten), A.L. B e n e c k e (Beschläge), N. R o s e n f e l d & Co. (Stab- und Parkettboden, Platten,, Fliesen und Linoleum), Karl M e i e r & S o h n (Schieferdächer), O. T i t e l & W o l d e (Zentralheizung), Paul G o l d e (Töpferarbeiten), B o c k & S c h a c h t (Tischlerarbeiten), G a t h e m a n n & K e l l n e r (Malerarbeiten), G. W e h n e r (Wintergarten), L.M o s e r (Gas-und Wasserleitung), Zierbeschläge, die Frhr. von Gregory'sche Ziegelei (T z s c h o p p e) in Stannewisch bei Rietschen in der Oberlausitz die Dachsteine für die Nebengebäude geliefert; die Eindeckung der letzteren ist durch G.E r n s t in Rengersdorf (Ober-Lausitz) erfolgt.