Ortsgeschichte von Klink

Klink  Kurzchronik

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(in der folgenden Kurzchronik zu Klink - Jahreszahlen/Urkunde/Text - weichen einige Jahreszahlen (1650, 1751,...) von denen in anderen Darstellungen der Ortsgeschichte Klink ab. Grund: unterschiedliche Quellen bzw. unterschiedliche Sachverhalte, wie Kauf-, Pacht- oder Nutzungstermine u. ä.)

1345 - Ersterwähnung als villa Klincken (als Flurname eines keilförmigen Flurstückes ?)
1375 - die Familie v. Gamm (Werder) erwirbt das Gut
1490 - das Gut geht an Lorenz v. Below (Nossentin) über, wird Familiensitz der v. Below
1650 - die v. Holstein (Ankershagen) erwerben das im 30jähr. Krieg verwüstete Dorf
1736 - eine Kirche wird in Klink gebaut (bis 1742)
1751 - der Glasermeister J. F. Kähler kauft Klink. Es wird Familiensitz bis 1891
1891 - Eugen Hahn wird Besitzer von Klink
1897 - Arthur Schnitzler übernimmt Klink samt Bellevue (Eldenburg) und Gut Grabenitz
1898 - Schloss Klink wird Herrschaftshaus der Familie Schnitzler. Dem Baustil des
          Schlosses angepaßt, entstehen zum gleichen Zeitpunkt ein attraktiver Schlosspark 
          (mit Bootshafen, Kinderspielplatz, Reitplatz, Tennisplatz, Kegelbahn...) und ein 
          moderner Wirtschaftshof mit landwirtschaftlichen Zweckbauten
1945 - Enteignung der Familie von Schnitzler und Aufteilung des Gutes
1946 - für 30 Familien mit 103 Umsiedlern wird Schloss Klink zum Wohnsitz
1958 - Gründung einer LPG in Klink (LPG "EINTRACHT", TYP III)
1962 - mit der Eröffnung der Urlaubersiedlung wird Klink Urlauberzentrum an der Müritz
1974 - Zusammenschluss LPG Klink und Sembzin
1974 - die Erhöhung der Urlauberkapazitäten (Eröffnung eines Urlauberheimes, Umbau
          des Schlosses zum Schulungs- und Erholungsheim, private Urlaubervermietung,
          Bau von Badestränden...) macht Klink zum überregionalen Touristenzentrum
1976 - Zusammenschluss aller drei LPG'n Klink, Sembzin und Grabenitz
1976 - 600-Jahr-Feier (27. bis 30. Mai)
1990 - Auflösung der LPG (T) Klink
1990 - Privatisierungsbestrebungen der Treuhand festigen Klink als Touristenzentrum
1995 - 650-Jahr-Feier (28. bis 30. Juli) (warum innerhalb von 20 Jahren 50 Jahre werden, ist hier erklärt)

Ortsgeschichte Klink

entnommen: "Gutsdörfer im Müritzkreis", Gerhild Meßner, Ernst-Ludwig Evers / Manfred Achtenhagen, herausgegeben vom Verein "Historisches Gutsensemble Ludorf e. V.", Seite 107-109

Wo die Müritz und der Kölpinsee sich ganz nahe kommen und nur 1 1/2 km voneinander getrennt sind, liegt 7 km südwestlich von Waren an der B 192 Klink. Durch die Nähe der Eldeverbindung zwischen beiden Seen und der Eldebrücke hatte das Dorf schon im Mittelalter strategische Bedeutung. Damals befand es sich weiter nördlich nahe des Eldeausflusses. Hier fand z. B. zwischen König Otto I. und den Obrotitenfürsten Stoinef ein Kampf statt, der mit einer blutigen Niederlage der Slawen endete. Zu finden sind die Schreibweisen Clyncken und Klincken.
Klink wurde 1345 als villa Klincken bezeichnet und wahrscheinlich nach einem keilförmigen Flurnamen - Klin=Keil benannt oder von Klinn=Winkel abgeleitet. Im 13 Jh. war Klink im Besitz der Familie Hahn und Pritzbuer (Grabenitz). 1375 wurde der Ort wieder erwähnt. Eckhard IV. Hahn (Klink, Solzow) verkaufte das Gut an die Familie v. Gamm (Werder). 1490 ging das Gut an Lorenz v. Below (Nossentin) über. Nach dem 30jährigen Krieg erwarben 1650 die v. Holstein (Ankershagen) das verwüstete Dorf billig. 1747 war Jakob Ernst v. Holstein gezwungen, neben anderen Gütern auch Klink zu verpfänden. Er konnte sie aber trotzdem nicht halten und mußte 1751 Klink an Joh. Friedrich Kähler verkaufen. 1891 folgte Eugen Hahn. Walter Reinhold Hermann erwarb 1897 den Besitz, um ihn an seinen Schwiegersohn Borsig abzugeben. Dieser übergab das 646 ha große Allodialgut an seine Tochter, die Arthur Schnitzler geheiratet hatte. So wurde noch im Jahr 1897 Arthur Schnitzler (seit 1914 mit v.) Eigentümer von Klink samt Bellevue und dem benachbarten Gut Grabenitz. Die Familie v. Schnitzler behielt beide Güter bis 1945. Pächter war set Mitte der 1930er Jahre H. v. Bose. Frau v. Schnitzler wohnte weiter dort. Sie wurde 1945 nach Grabenitz ausgewiesen. Bereits im September 1945 begann man in Klink mit der Bodenreform. 31 Landarbeiter und Flüchtlinge erhielten Bauernstellen.
Klink entwickelte sich zu einem Feriendorf. 1974 wurde hier ein großes Ferienhotel des FDGB gebaut.
In Klink gibt es drei auffallende Gebäude. Alle wurden zwischen 1897 und 1898 im gleichen Stil errichtet. Als erstes fällt das Torhaus an der B 192 auf. Es war später Posthaus. Heute gehört es der Gemeinde und wurde nach 1990 von ihr saniert. Folgt man der kurzen, schönen Lindenallee, so fällt der Blick bald auf das malerisch am Westufer der Müritz gelegene schlossartige Herrenhaus. Genau an seiner Stelle hatte das einfache Gutshaus der Familie v. Kähler gestanden. Entworfen wurde der Herrschaftssitz von dem Berliner Architekten Hans Grisenbach. 1912 erweiterte es sein Schüler Dinklage um einen Anbau (Ostflügel). Als Vorlage für das Herrenhaus dienten die Loire-Schlösser der französischen Renaissance. Es ist ein zweigeschossiger Putzbau auf Feldsteinen mit steilem Dach (Schiefer) und runden Ecktürmen, Zwerghäusern sowie reichem Dekor. Die Fensterumrahmungen sind aus rotem Sandstein und rotbrauner Terrakotta gearbeitet.
Das Herrenhaus war bis 1946 Komandantur der Roten Armee. Danach zogen 30 Familien mit 103 Umsiedlern ein. Seit 1966 hatten der Rat der Gemeinde, der Kindergarten sowie die Bibliothek darin zeitweilig ihr Domizil. Ab 1971 wurde es als Schulungs- und Erholungsheim genutzt. Während dieser Zeit wurde es mehrfach saniert. Bei den Restaurierungsarbeiten blieben leider vom ursprünglichen reichen Interieur nur noch Reste erhalten. Ab 1990 stand das schlossartige Herrenhaus lange leer. Nach einem zweite Verkauf 1995 wird es heute als Hotel genutzt. Der dritte Bau ist das einstige Wirtschaftsgebäude. Auch dieses ist mit Türmchen verziert. Es diente u. a. als Inspektorhaus. In den 1920er Jahren wohnte dort Inspektor Nöhring. Heute ist es eine Gaststätte.
Diverse Wirtschaftsgebäude hat es ebenfalls gegeben. Sie verschwanden nach und nach in der Nachkriegszeit. Für diese vielen Gebäude, errichtet in recht kurzer Zeit, wurde am Müritzufer vorübergehend eine Ziegelei betrieben. Ihre Ruinen waren noch 1935 sichtbar. Später wurde hier das Feriendorf Klink gebaut.

Kirchlich war Klink seit je her mit Sietow verbunden. Die Kirche ist in den Jahren von 1736 bis 1742 als rechteckiger Backsteinbau ohne Turm errichtet worden. Der einfache Bau wurde zu einer Zeit errichtet, als die Familie v. Holstein schon finanzielle Schwierigkeiten hatte. Interessant ist, dass der Chor nicht wie üblich östlich sondern westlich angebaut wurde. Dafür wurde die Empore im Osten errichtet. Über dem Südportal befindet sich ein sandsteinernes Allianzwappen derer von Holstein (Jakob Ernst v. Holstein) und v. Bülow (Elisabeth Sophia v. Bülow) aus dem Jahre 1736. Die Fenster sind einfach und oben mit einem Rundbogen versehen. Später wurde an der Westseite der Kirche von der Gutsherrschaft eine eigenständige Begräbniskapelle angebaut. Der einschiffige Innenraum ist mit einem flachen Tonnengewölbe überspannt. Altar und Kanzel bilden eine Einheit. Hier befinden sich ebenfalls die Familienwappen der v. Holsten und v. Bülow. Es sind etliche alte, im 18. Jh. gestiftete Kelche und Patenen vorhanden. Auf dem Kirchhof steht ein Glockenstuhl mit einer Glocke, die 1738 von Laurenzius Strahlborn aus Lübeck gegossen wurde.

1908 bekam der Münchener Bildhauer Adolf Hildebrand den Auftrag, für die Familie Schnitzler ein Mausoleum zu errichten. Es stand südlich des Schlosses direkt an der Müritz. Es war ein richtiger kleiner Tempel mit Mosaikarbeiten und Büsten, u. a. von Gebhard v. Schnitzler. Alles wurde in der Zeit von 1945 bis 1946 zerstört oder entwendet, einschließlich der drei Zinksärge. Viele Jahre stand es als Ruine da, bis es 1985 von der Nationalen Front gesprengt wurde. Heute ist dort nur noch eine Eibengruppe zu finden.
2002 bis 2003 fanden an der Kirche umfangreiche Sanierungsarbeiten statt. Das Dach wurde erneuert und der Chor saniert.
Erwähnenswert ist der größte Findling des Müritzgebietes. Er legt am Fuße des Müritzsteilufers südlich von Klink und hat einen Umfang von 13,20 m.

 

Ortsgeschichte von Klink
geschrieben anläßlich des 650. Jahrestages seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1995 von Karl-Heinz S t e i n b r u c h, Mecklenburgica - Archiv- und Recherchedienst, Schwerin, 1994

1. Ur- und frühgeschichtliche Nachweise auf der Feldmark Klink
Steinbruch - Geschichte von KlinkDie Feldmark Klink enthält eine große Fülle von Resten ur- und frühgeschichtlicher Besiedlung. Auf der Landenge zwischen Kölpin- und Müritzsee wurden schon im vergangenen Jahrhundert zahlreiche Funde geborgen, die darauf schließen lassen, dass die Menschen sehr früh diese zu Siedlungszwecken günstige Lage erkannten und nutzten. Interessant ist, dass bei der Eldenburg besonders jungsteinzeitliche Funde gemacht wurden, während Klink besonders durch bronzezeitliche Belege hervortritt. Bis heute wurden insgesamt 19 Fundplätze registriert, die eine Besiedlung von der mittleren Steinzeit über die Bronze- und Eisenzeit bis hin zur slawischen und frühdeutschen Zeit belegen. Lediglich aus der Völkerwanderungszeit sind bisher keine Funde gemacht worden.
Bereits im Jahre 1846 wurden erste Untersuchungen durch den Verein für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde vorgenommen, wobei man sich aber noch auf eine "vorläufige Betrachtung der hauptsächlichsten Oerter, wo Alterthümer gefunden sind" beschränkte.
Interessant sind oftmals die Umstände, unter denen die Funde zu Tage gefördert werden:
Beim Bau der Chaussee von Röbel nach Waren wurden bereits im vorigen Jahrhundert auf der Feldmark des Gutes Klink zahlreiche frühzeitliche Begräbnisstätten entdeckt, aber zerstört. Der Gutsbesitzer Kähler konnte nur mit großer Mühe in 50 cm Tiefe aus einem Urnenfeld von über 100 Gefäßen zwei noch mit Knochen und bronzenen Schnallen und Beschlägen gefüllte Urnen bergen, die aus Kegelgräbern der jüngeren Bronzezeit stammten. Daneben wurde ein geschliffener Keil, eine Streitaxt und eine Halsschmuckperle aus Feuerstein gefunden.
Eine Stelle an der Müritz auf der Feldmark Klink war besonders von Rauchern immer wieder aufgesucht worden, weil sich da gefundene Feuersteine sehr bequem zum Feueranschlagen benutzen ließen. Diese merkwürdig geschlagene Feuersteine lagen in so großen Mengen vor, daß aus der Masse von Abfall und unvollendeten Steingeräten auf eine an dieser Stelle befindliche "Feuersteinmanufaktur" geschlossen wurde.
Eimal ging Fischern auf der Müritz nicht nur Fisch, sondern auch eine bronzezeitliche Schale ins Netz, die auf Grund ihrer Erhaltungsmerkmale bereits seit langer Zeit auf dem Müritzgrund lag und offensichtlich freigespült worden war. Aufsehen erregte ein Moorfund aus dem Jahre 1854, der aus zwei bronzenen Armschienen bestand. Ein derartiger Fund war zuvor nur einmal in Mecklenburg gemacht worden, weshalb man schlußfolgerte, dass diese bei einem Durchzug auf der Nord-Süd-Verbindung verloren gegangen sind.
1948 wurde an der schmalsten Stelle der Landbrücke zwischen Kölpin- und Müritzsee westlich der Chaussee Waren-Röbel eine Urne der ältesten Eisenzeit geborgen, die eine Schwanenhalsnadel und eine kleinen Bronzering enthielt. An der gleichen Stelle wurde drei Jahre später beim Pflügen eine Grabanlage entdeckt und untersucht. Bei dem Fund handelte es sich um eine Bestattung der Einzelgrabkultur, die eine Besonderheit offenbarte, den Leichenbrand, der vereinzelt ab der ausgehenden Jungsteinzeit auftaucht. Im Grab selbst wurde ein kleines Tongefäß und ein Feuersteindolch geborgen.
Als am Ufer der Klinker Seite der Elde - im Bereich des Häuschens Bellevue - Befestigungsarbeiten vorgenommen wurden und dazu der Flußlauf ausgebaggert wurde, kamen ebenfalls steinzeitliche Geräte, Feuersteinklingen, Schaber, Pfeilspitzen, Querschneider, Feuersteinbeile und eine Geweihhacke zutage. Selbst unmittelbar vor dem Schloss Klink, auf dem ehemaligen Sportplatz und ehemaligen Schulgarten konnte besonders slawische und frühdeutsche Keramik gefunden werden.
Während der zweiten Etappe der deutschen Ostexpansion in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde das gesamte Gebiet der Obotriten in den Herrschaftsbereich deutscher Feudalherren einbezogen. Dies geschah von Westen durch Heinrich den Löwen und von Süden durch die Markgrafen von Brandenburg. In deren Folge wurden deutsche Bauern angesiedelt, die neben der inmitten der Siedlungen der verbliebenen slawischen Restbevölkerung begannen, sich niederzulassen. Mit dem Ausbau der Herrschaftsbereiche war die staatliche und kirchliche Entwicklung verbunden, im Zuge derer es zur schriftlichen Fixierung von Verwaltungsakten in Form von Urkunden kam.

2. Das heutige Klink und seine Ortsteile im Mittelalter
Das acht Kilomater südwestlich von Waren gelegene Klink wurde in einer Urkunde vom 21. Dezember 1345 erstmals erwähnt, als Johann Pritzbuer aus dem später untergegangenen Dorf Küz dem Kloster Malchow acht Schillinge Einkünfte aus der Fischerei im Kölpinsee und in der Müritz bei "Klinken" verkaufte. Die von Pritzbuers, die als die ersten Besitzer von Klink auftauchen, sind als ein altes slawisches Geschlecht überliefert. Einige Familienmitgglieder kämpften bereits gegen Heinrich den Löwen im Zuge seiner Kreuzzüge während der zweiten Ostexpansion. Nach der Christanisierung wurden sie, wie andere slawische Adlige auch, mit Grundbesitz belehnt.
Mehr über Klink erfahren wir zunächst nicht. Aber der Hinweis auf zwei Seen deutet schon auf die günstige Lage des Ortes auf der schmalen Landbrücke an dem Reke genannten, beide Seen verbindenden Arm der Elde. Die Lage des Ortes war über Jahrhunderte immer wieder Ursache für Grenzirrungen und daraus resultierende Streitigkeiten über Fischerei-und Wasserrechte, namentlich um die für den Aalfang interessante Reke und an der Eldenburg.
Der Ortsname Klink wurde von den Wissenschaftlern auf das altslawischa klinu = Winkel zurückgeführt und als "Winkelhagen" gedeutet. Die heute zur Gemeinde gehörenden Ortsteile, die auch auf dieser Landbrücke liegen, sind sämtlich älter: Eldenburg ("Eldenbrugge") wurde bereits 1290, Sembzin ("Cemcyn") 1300 und Grabenitz ("Grabenisze") 1333 genannt.
Im Verlauf der Jahre erwarb das Kloster von den Angehörigen der Familie der in Klüz, in Kelle und in Grabenitz sitzenden von Pritzbuers die Fischereigerechtigkeit im Kölpinsee.
In dieser Zeit - im ausgehenden Mittelalter - war es um die Existenz von Klink nicht besonders gut bestellt, denn dessen Besitzer, der verschuldete Eckard Hahn aus Damerow mußte 1375 sein "ghud to der Clynken, dat by der Eldenen Bruggen lycht... unde wuste unde unbeset" war, für 500 Mark lübisch ("lübisch" - ein Münzrechnungswort, welches von der Reichsstadt Lübeck kommt) auf vier Jahre an den Domherrn Hinrich zu Güstrow und die Brüder Gamm auf Werder verpfänden. Da das Pfand jedoch nicht wieder eingelöst wurde, ging Klink erblich an die Familie von Gamm über. Klink lag zu diesem Zeitpunkt also unbewohnt und wüst. Welche Ursachen dazu geführt hatten, verraten und die Akten jedoch nicht. 1490 verkauften die von Gamm für 550 Mark das immer noch lediglich als Feld bezeichnete Klink an den Ritter Lorenz von Below auf Nossentin und auch 1501 war in einer Forderung des Herzogs Magnus in Höhe von 70 Mark nur von einem "velde thor klyncken" die Rede.

3. Klink in der Neuzeit
Erst zu Beginn des 16. Jahrhunderts scheint die über 100 Jahre andauernde Existenz als wüste und unbewohnte Dorfstelle vorüber sen: Dafür, dass Klink um diese Zeit wieder bewohnt war, spricht die Tatsache, dass 1541/1542 der Inhaber des Kirchlehns zu Sietow, Martin Bamme, auch Einkünfte aus Klink bezog. Seine Vorfahren hatten nach seinen Angaben noch sechs Scheffel Roggen aus Klink bezogen, "aber ehr hatt von Clawes Belowen in fünf Jaren jerlich nicht mehr dan drei Scheffel empfangen". Obwohl noch im Jahre 1549 aus einem Rechtsstreit zwischen den Brüdern von Gamm und deren Vettern von Below nicht klar ersichtlich ist, ob man sich vor dem Reichskammergericht in Wetzlar 13 Jahre lang um ein bewohntes Dorf oder aber lediglich um eine Flur namens Klink stritt, ist Klink als - sicher noch sehr kleines - Gut und Dorf existiert. In einem der zahlreichen Grenzstreitigkeiten bezeichnete der bereits genannte Claus Below 1561 sein Erbe und Gut als "hues undt hof, dorp undt veldt thor Klincken". Zudieser Zeit sind allerdings lediglich vier Bewohner von Klink mit ihren Familien überliefert: Clawes Below, Clawes Holste, Achim Schrader und Achim Koabe.
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts geriet der Besitzer von Klink, Caspar Below, in immer größere wirtschaftliche Schwierigkeiten und mußte seinen Besitz mehrfach verpfänden. Das ging soweit, dass 1619 seine Schwester vor dem Herzog die Herausgabe ihres Brautschatzes durch ihren Bruder einklagen mußte. 1634 schließlich fand er keinen Bürgen mehr für fällig gewordene Obligationen und mußte um Genehmigung nachsuchen, die zum Gut gehörende Windmühle mit all ihren Flächen und Rechten an den Gläubiger für 400 Gulden zu "verhypoteciren". Zu Klink gehörte 1646 noch der sogenannte Wendhof mit den beiden Kossaten Heinrich Schröder und Lorenz Beckmann.
Der ausgebrochene Dreißigjährige Krieg trieb das Gut weiter in den Ruin. Dieser Krieg forderte besonders in Mecklenburg einen hohen Blutzoll und dezimierte die Bevölkerung des Landes nach vorsichtigen Schätzungen von 220 000 im Jahre 1618 auf ganze 45 000 im Jahre 1648! In Klink, wo vor dem Krieg vier Bauern gelebt hatten, existierten 1650 noch zwei. Die beiden anderen Stellen waren aber nicht etwa durch Kriegseinwirkungen aufgegeben worden, sondern waren durch den Gutsherrn Wilhelm von Below wüst gemacht worden. Es ist sogar wahrscheinlich, dass Klink infolge der Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges für kurze Zeit wieder völlig unbewohnt war, sind doch für einige Zeit keine Untertanen in den Steuerlisten vermerkt.
Immer wieder wurde die strategische wichtige Verbindung zwischen Müritz und Kölpinsee von durchziehenden Soldaten genutzt. Während des "anno 1638 gewesenen Krieges undt landesruin" wurde auch Klink von marodierenden Soldaten mehrfach heimgesucht. Als 1655 ein Krieg zwischen Polen und Schweden ausbrach, wurde Mecklenburg erneut durch Durchmärsche und Einquartierungen von Soldaten aller Kriegsparteien schwer belastet. Die "alliirten Armeen", besonders die Kurbrandenburgische, "führte alles mit sich hinwegk, was sie an Pferden, Rindtvieh undt sonsten im felde undt bei verrichtung der feldtarbeit erhaschen" konnten. 1659 wandten sich der Adel des Amtes Wredenhagen, die Stadt Röbel und sämtliche Einwohner hifesuchend an den Herzog mit der Bitte, die Klinker Furt wie bereits im Dreißigjährigen Krieg zu verhauen und für die Soldaten unpassierbar zu machen. Gleichzeitig baten sie um Verhaltensmaßregeln gegenüber den Soldaten. Sie erhielten die Erlaubnis zur Sperrung der Furt und zur Verteidigung gegen unrechtmäßige Gewalt, sollten sich dabei aber zurückhalten, "damit ihre Durchlaucht von Brandenburg nicht zu nahe getreten und zu allerhand weitleufigkeiten ursache gegeben werden möge". Auch später - in den Nordischen Kriegen, im Siebenjährigen Krieg und in den Napoleonischen Kriegen - wurde dieser Weg von den Soldaten genutzt, wobei Waren mehrfach Zerstörungen zu verzeichnen hatte.
1662 zog Hennig von Holstein von Poppentin nach Klink und bezeichnete in einem Schreiben an den Herzog noch 1667 den Ort als "ein ödes guth ohn eintzigen Unterthan, saat und vieh". Das war übertrieben, obwohl in jenem Jahr in Klink lediglich der Gutsbesitzer mit seiner Frau und zwei Mägden und einem Knecht, außerdem ein Bauer und ein Schäfer mit ihren Frauen lebten. Mehr Bbewohner hatte der Ort nicht mehr. An "fiehe schatz" waren vier Pferde, ein Bulle, sechs Ochsen, zwölf Kühe, vier Rinder, vier Starken, sechs Schweine, 140 Schafe und 18 Ziegen vorhanden. Der zu Klink gehörende, aber in Wendorf lebende Bauer Pagell Köhler mit Frau und Sohn besaß sechs Pferde, vier Ochsen, drei Kühe, eine Starke, einen Stier und zwei Schweine; die beiden in Poppentin wohnhaften "Untertanen" Hans Malchow zwei Ochsen, eine Kuh, eine Starke, sechs Hühner, vier Ziegen und sechs Schafe, der andere, ein gewisser Schultze, zwei Ochsen, zwei Kühe, ein Rind und ein Schwein - insgesamt ein für die damalige Zeit erstaunlich großer Viehbesatz.
Der auf Ankershagen sitzende Caspar Friedrich von Holstein erwarb das noch 1657 auf über 17 000 Gulden taxierte Klink 1688 für 9 500 Gulden, worauf ihm 1696 der Lehnbrief über seine drei Güter Klink, Möllenhagen und Grabenitz erteilt wurde. Um seine Einnahmen zu erhöhen, griff er zu einem damals üblichen Mittel: Er nahm Eingriffe in den Waldungen vor und verkaufte das geschlagene Holz. Dabei machte er auch vor den für die Schweinemast notwengigen Eichen nicht halt, von denen er 1690 100 Bäume fällen ließ, bis der Herzog einschritt.
Bis ins 18. Jahrhundert behielten die Holsteins Klink, trotz jahrelanger Versuche der vormaligen Besitzer, Klink zurückzuerhalten. Aber auch sie waren gezwungen, Klink und Grabenitz zu verpfänden. Zunächst gingen beide Güter 1747 für 25 Jahre und 46 200 Reichstaler an einen Juristen aus Salzwedel, 1751 aber waren die Holsteins ebenfalls zum Konkurs gezwungen. Durch Ersteigerung kamen Klink und Grabenitz für 46 800 Reichstaler an zwei Brüder, den Oberforstmeister Georg und den Hof- und Justitzrat Joachim von Altrock. Als erstes teilten sich beide den Besitz mit einem "brüderlichen Theilungs- und Egalisations Vergleich", wobei die Grenzen zwischen beiden Orten neu festgelegt wurden. Um die Differenzen bei der Größe der Hölzungen beider Orte herzustellen, erhielt der neue Besitzer von Grabenitz das Recht, 1 000 Tannen als Bauholz im Klinker Forst zu schlagen. Weiterhin wurde die Fischerei aufgeteilt. Dem Besitzer von Grabenitz wurde sie im Kölpinsee, dem von Klink in der Müritz zugesprochen. Die Teilung erstreckte sich - in dieser Reihenfolge - auch auf einen in Wendhof und die drei in Poppentin wohnenden Bauern samt ihren Gehöften und Äckern und über die Gerichtbarkeit über diese: Zwei Poppentiner namens Schröder und Köhler erhielt der Oberforstmeister, der Poppentiner Bauer Rick und der Bauer Suchstorf in Wendhof bekamen den Juristen als neuen Herrn. Auch die übrigen Einwohner wurden zwischen beiden Brüdern gerecht "aufgeteilt". In der anschließenden Verlosung, die durch eine einheimischen Jungen vorgenommen wurde, erhielt der Justitzrat Grabenitz, während Klink an den Oberforstmeister Georg von Altrock ging. Aber auch dieser hatte mit seiner Neuerwerbung offenbar kein Glück. Ohne männlichen Nachkommen verpfändete er 1760 sein Gut gegen den Widerstand seiner Brüder auf Groß Kelle und Hinrichsberg, auf 20 Jahre an seinen eigenen Schwiegwersohn, den Pastor Michael Sigismund Herrlich in Teterow. Im Verlaufe des bis vor dem Reichskammergericht in Wetzlar ausgetragenen Streites verzichtete Georg von Altrock gegen die Zahlung von 1 000 Talern auf seine genannten Untertanen in Poppentin, die also wiederum neue Herren bekamen. Aber bereits zwei Jahre später erfolgte auf Klink der nächste Besitzerwechsel: Georg von Altrock verkaufte es mit Zustimmung seiner drei Brüder an den Glasermeister Johann Friedrich Kähler, der im Jahre 1764 in Anbetracht der großen Forsten, die fast die Hälfte des Gutes ausmachten und eines ansehnlichen Zuwachses von Erlen, Tannen, Buchen und Eichen und des Vorhandenseins eines bis dahin kaum beachteten Torfmoores um die Genehmigung zur Anlegung einer Glashütte bat. Nach Begutachtung der Forsten wurde durch den Herzog schließlich die Konzession erteilt, wobei der Betrieb der Hütte auf sechs Hafen (Schmelztiegel für die Glasbereitung) und für vier Jahre gestattet wurde. Danach sollte die Forst erneut begutachtet werden.
Erst im 19. Jahrhundert, in der Zeit des Besitzes der Familie Kähler, wurde auch in Mecklenburg im Jahre 1820 die Leibeigenschaft aufgehoben. Dadurch wurden zwar Gutsuntertanen persönlich frei, konnten aber als überzählige Arbeitskräfte das Heimatrecht verlieren und somit auf der Straße landen. Die Gutsherren dehnten die Hofdienste der Tagelöhner immer weiter aus, so dass diese für ihre eigene Arbeit oft nur den Sonntag hatten, was wiederum der Pastor beklagte, denn er fand "an gewöhnlichen Sonntagen die Kirche fast leer". In einem Bericht warnte der Pastor: "Aber was wird für Folgen haben? Der Tagelöhnerstand wird immer mehr verwildern und so werden die Herrschaften einst das Opfer werden müssen". Im Verlauf der Revolution von 1848 forderten die Tagelöhner von Klink die Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse. Im Zuge der Untersuchungen und Absprachen erfolgte 1849 der Erlaß eines neuen Regulativs über die Leistungen und den Lohn der Hoftagelöhner zu Klink. Die Arbeitszeit ging danach vom 1. April bie zum 1. Oktober von 6-12 Uhr und von 14-20 Uhr. Für die Bereitstellung der Katen hatten die Tagelöhner jährlich 100 Tage unentgeldlich auf dem Hof zu arbeiten! Geregelt wurde auch die für die Tagelöhner wichtige Frage für die Bereitstellung von Brennmaterial und der Bedingungen für das Halten von Tieren. So mußte von 10 Gänsen dem Gutsherr eine jährlich als "Stoppelgans" abgeliefert werden. Es spricht für das Selbstbewußtsein der Klinker, dass sie gegen das 1849 erlassene neue Regulativ erneut Widerspruch bei der Landesregierung einlegten. Das gleiche tat auch der Gutsherr. Natürlich hatten die Tagelöhner keine Chance. Ihre Eingabe wurde abgewiesen, während der Gutsherrschaft sogar zusätzliche Verpflichtungen der Tagelöhnerfrauen empfohlen wurden! Die Familie Kähler blieb im Besitz des Gutes bis 1891, als sie es mit all seinen Teilen gemeinsam mit dem Gut Behrenswerder an einen Eugen Hahn aus Berlin für 600 000 Mark verkauften. Der neue Besitzer mußte ausdrücklich den Krug-, Mühlen- und Schmiedepächter, die Pächter der Eldenburg und den der inzwischen errichteten  Ziegelei mit übernehmen. Doch bereits im Jahre 1896 ging der gesamte Besitz an den Leipziger Reinhold Hermann für 621 000 Mark und schon kurze Zeit später für 590 000 Mark an Arthur Schnitzler aus Berlin über.
Bis Mitte des 20. Jahrhunderts, bis zur Bodenreform 1945, befand sich das Gut Klink in den Händen der Familie v. Schnitzler. Das alte Gutshaus wurde abgerissen. Es handelte sich nach den Unterlagen um ein nur teiweise massives, teilweise aber Fachwerkgebäude mit Steindach. Bis 1898 wurde von Hans Griesebach im Stil der Neorenaissance das noch heute bestehende Schloß errichtet. 1898 erwarb Artur Schnitzler die mecklenburgische Staatsangehörigket und 1914 vom Kaiser das Adelsdiplom, das ihm noch zwei Jahre zuvor verweigert worden war.

4. Bevölkerungsverhältnisse
Die Bevölkerungsstruktur von Klink wich von der der typischen mecklenburgischen Güter ab, denn über Jahrhunderte bestand der Ort lediglich aus dem Gutshof, den dazugehörenden Wirtschaftsgebäuden und den Unterkünften der Gutsuntertanen.
Die ältesten Quellen, die uns zur für eine Aussage zur Verfügung stehen, stammen aus den Jahren 1567 bis 1570 und verzeichnen vier Einwohner namentlich.
Da die nächsten verfügbaren Angaben aus der Zeit kurz nach dem Dreißigjährigrn Krieg stammen, muss davon ausgegangen werden, dass Klink zu mindesten zeitweise wieder unbewohnt und wüst war. Wie sich die Struktur und die Anzahl der in Klink Lebenden im Laufe der Zeit änderte, mag folgende Übersicht veranschaulichen:
Für 1667 sind in den Quellen neben dem Besitzer, seinen drei Bedienten lediglich noch ein Bauer und ein Schäfer - insgesamt nur 9 Personen verzeichnet.
1704 sind insgesamt 35 Einwohner erfaßt worden, jetzt hatte der Besitzer bereits 12 Bediente, daneben lebten in Klink noch je ein Schäfer, ein Windmüller, ein Schreiber, ein Fischer, ein Weber, ein Zimmermann, ein Hirte und ein Kutscher, aber kein Bauer!
Die Struktur im Jahre 1819 deutet darauf hin, dass sich eine gewisse Autarkie des Hofes herausgebildet hatte. Das für mecklenburgische Güter typische Bauernlegen fand in Klink nicht statt, denn Bauern gab es nicht, dafür sind einige Handwerkszweige vertreten, die die Versorgung des Hofes sicherten. Von den ansässigen Handwerkern beschäftigten die meisten noch einen Gesellen oder einen Knecht. Außer dem Gutsbesitzer, seiner Familie und den 13 Bedienten gab es einen Schäfer, zwei Fischer, einen Müller, einen Weber, drei Hirten, einen Holzwärter, einen Schmied, einen Schneider, zwei Ziegler, elf Mägde und 16 Knechte und schließlich 13 Tagelöhner, insgesamt 143 Einwohner.
Bis 1939 wuchs die Einwohnerzahl in Klink und seinen Ortsteilen Behrenswerder, Eldenburg und Grabenitz auf 205 an. Im und nach dem zweiten Weltkrieg, als Tausende Flüchtlinge, Vertriebene und Umgesiedelte umherzogen, hatte Mecklenbutg von allen deutschen Ländern anteilmäßig die meisten dieser Personen aufzunehmen, deren Anteil auf fast 50% der Gesamtbevölkerung anwuchs. Im Kreis Waren lebten im Sommer 1945 rund 240 000 Menschen gegenüber 59 098 im Jahre 1939! In Klink und seinen Ortsteilen stieg die Einwohnerzahl bis Ende des Jahres 1964 auf 602 Einwohner.