Gemeindechronik

13.1.2009 - Nordkurier - Dörpgeschichten Grabenitz - Keramikerin Brigitte Becker

Touristen kommen zweimal: Erst zum Schauen, dann zum Kaufen

Brigitte Becker mit einem RabenGRABENITZ (PEK). Als Keramikerin Brigitte Becker sich beruflich und auch wohnlich verändern wollte, ja musste, da dachte sie zunächst gar nicht an Grabenitz. „Es war wohl eher ein Zufall, der uns hierher geführt hat“, erinnert sich Brigitte Becker. Dass sie sich schließlich für den Klinker Ortsteil entschieden hat, das hatte vor allem einen Grund: Die touristische Anbindung des Ortes, die Brigitte Becker und ihrer Keramikwerkstatt auch „Laufkundschaft“ ins Haus bringt. „Meistens kommen die Touristen zweimal zu mir. Beim ersten Mal schauen sie, beim nächsten Mal kaufen sie, denn beim ersten Mal bekommen sie auf ihren Fahrrädern ja nichts mit“, erzählt Brigitte
Becker von ihren Erfahrungen seit sie in dem Dorf lebt. Während die Urlauber sich gerne ein Erinnerungsstück aus der Becker‘schen Werkstatt mit nach Hause nehmen, kommen die Einheimischen, um Kurse bei der Neu-Grabenitzerin zu machen. Zehn bis zwölf Wochen lang können die Teilnehmer ein Mal pro Woche ihre Kreativität ausleben – unter der Anleitung und mit der Hilfe von Brigitte Becker.
„Ich habe jetzt über die Wintermonate meine Werkstatt auf Vordermann gebracht, geordnet und aufgeräumt. Im März gehen dann die Kurse wieder los“, berichtet sie. Den Sommer über wird sie mit ihrer Keramik mobil und damit zum Publikumsmagneten: Auf dem Campingplatz Ecktannen in Waren bietet sie das Glasieren von fertigen Tonfiguren an, die anschließend mit der Raku-Technik ihren letzten Brand erhalten. „Das Gute bei dieser Technik ist, dass man das Stück gleich mit nach Hause nehmen kann. Das kommt natürlich bei den Kindern gut an und mir macht es viel Spaß“, betont Brigitte Becker, die eigentlich Lehrerin ist. In Grabenitz fühlt sie sich nach eigenen Angaben „pudelwohl“.  „Hier habe ich Ruhe und Platz zum Töpfern, hier bin ich nicht vom Wohlwollen anderer abhängig, und das ist sehr wichtig“, meint Brigitte Becker.

Quelle Nordkurier 13.1.2009